„Mit dem Einzelhandel sprechen, nicht über ihn“

FDP besuchte Modehaus Stadler

Dingolfing. Seit nunmehr 92 Jahren befindet sich das Modehaus Stadler in Familienbesitz. Diese Gesamtkonstellation mit mittlerweile 10 Läden, austariert für diverse Zielgruppen, dürfte deutschlandweit recht schwer ein zweites Mal zu finden sein.

In der aktuellen Situation der Corona-Pandemie findet aber auch Inhaber Franz Stadler eine Lage vor, die zum einen Neuland aber zum anderen auch eine Bedrohung für die Innenstädte Deutschlands und Bayerns ist. Der Rückgang des stationären Einzelhandels würde zur Vereinsamung der Innenstädte führen und wäre für ein Stadt- und Ortsbild ein großer Makel.

Die niederbayerische FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer und der Dingolfinger FDP-Stadtrat Michael Limmer besuchten Franz Stadler um sich über die Lage des Einzelhandels in Zeiten von Corona vor Ort zu informieren.

Corona und die Zukunft der Innenstädte

Über Monate hinweg durften große Filialisten neben dem Grundbedarf auch Fahrräder, Blumen, Bekleidung oder Elektroartikel verkaufen, während der stationäre Einzelhandel gemäß gesetzlicher Verordnung zum Zuschauen gezwungen war – obwohl schlüssige Hygienekonzepte ausgearbeitet wurden. „Leider wurden seit Beginn der Corona-Pandemie jegliche Anträge für faire Wettbewerbsbedingungen auf Landes- und Bundesebene seitens der Regierungsparteien stets abgelehnt. Nichts desto trotz werden wir uns weiterhin für die Bedürfnisse des regionalen Einzelhandels sowie einen fairen Wettbewerb einsetzen“ so die FDP-Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer.

In diesem Zusammenhang brachte Franz Stadler seinen Unmut zum Ausdruck: „Große Handelskonzerne haben hunderte Millionen an Corona-Hilfen erhalten obwohl sie teils in Deutschland keine oder sehr geringe Steuern zahlen. Und den kleineren Betrieben wurden oftmals vor riesige Hürden gestellt“ so der Dingolfinger Kaufmann.

Franz Stadler schätzte den intensiven Gedankenaustausch mit der FDP-Delegation und war über das politische Interesse sehr erfreut. Selbstverständlich habe auch Stadler durch die Gesamtsituation einen beträchtlichen Umsatzrückgang gespürt. Nachhaltiges und erfolgreiches Wirtschaften in den vergangenen Jahrzehnten geben ihm aber ein gewisses Polster, um auch weiterhin für seine Angestellten und Auszubildenden einen sicheren Arbeitsplatz anbieten zu können. „Die Loyalität meiner Kunden – darunter auch viele Kommunalpolitiker – freuen mich und stimmen mich positiv, die Krise mit zwei blauen Augen zu meistern. Viele bevorzugen dann zum Glück doch die gute Beratung und den persönlichen Kontakt. Der Einzelhandel in Gänze litt extrem unter dem Dauer-Lockdown der vergangenen 15 Monate“, so Stadler sichtlich erfreut über die Treue seiner Kunden.

„In den Medien und im politischen Diskurs bekommt man manchmal das Gefühl, dass alle über die Innenstädte und den Einzelhandel der Zukunft sprechen, aber niemand mit den betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmern. Um sich über die wirkliche Ist-Situation im Klaren zu sein, sind persönliche Gespräche vor Ort unumgänglich“, so der stellvertretende FDP-Bezirksvorsitzende und Stadtrat Michael Limmer.

Belebung der Stadtmitte

„Jegliche Aktivität in der Innenstadt ist förderlich für den Umsatz des Einzelhandels. Der klassische verkaufsoffene Sonntag ist dafür ein Beispiel. Aber auch alle anderen Events und jegliche Belebung der Innenstadt bringen Leute in die Stadt und fördern den Umsatz für uns Einzelhändler vor Ort“, so Franz Stadler mit dem Plädoyer auch weiterhin den Fokus auf die Belebung Dingolfings zu haben.

MdB Nicole Bauer und Michael Limmer versicherten abschließend, sich auch weiterhin für den Fach- und Einzelhandel einzusetzen und stets ein offenes Ohr zu haben. „Nicht zuletzt sind es die Läden vor Ort die die Vereine und wohltätige Organisationen unterstützen, das Gemeinwohl fördern und wertvolle Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten“, betonten die Liberalen abschließend.

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