Fachkräftemangel im Kultusministerium

Mit großer Fassungslosigkeit mussten viele Eltern von schulpflichtigen Kindern erfahren, dass wir am Jahresende 2020 im Freistaat keinen Distanzunterricht durchführen können. Grund dafür ist eine Technik die zum Scheitern verurteilt ist.  

Seit vielen Jahren bemängeln Experten, dass wir im Bereich der Digitalisierung großen Nachholbedarf haben. Die großen Versäumnisse der Bildungspolitik wurden konsequent ignoriert. Spätestens aber seit dem Frühjahr wusste man deutschlandweit, dass vor allem in Zeiten von Corona Distanzunterricht erneut absehbar war.

Man fragt sich was Kultusminister Michael Piazolo den ganzen Tag macht. Seit März scheint er und sein Ministerium im Tiefschlaf zu sein. Dass ihn Markus Söder nun in Schutz nimmt und sagt, man kann den Distanzunterricht nicht binnen drei Tagen auf die Beine stellen, ist ein Schlag ins Gesicht für alle Beteiligten. Es wurden ganz allgemein Jahre verschlafen. Und nun seit März neun weitere Monate im Besonderen.

Nun haben Versäumnisse der Vergangenheit und eine schlechte Kommunikation dafür gesorgt, dass bis zum letzten Schultag weder Schulen, Schülerinnen, Schüler noch Eltern wussten, wie und ob die schulfreie Zeit genutzt werden kann. Vermutlich wusste man es selbst im Kultusministerium nicht.
Nun wird diese eine Woche zusätzlich schulfrei freilich keine Bildungskrise auslösen, aber darum geht es auch gar nicht. Es geht darum, dass die Staatsregierung es vor allem in den vergangenen neun Monaten nicht fertig kriegt eine funktionierende Infrastruktur für digitales Lernen bereitzustellen. Es ist ein Offenbarungseid für schlechte Bildungspolitik.

 

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